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Brillengläser

Brillengläser

Die Gläser von Brillen sorgen für diejenige Lichtbrechung, die zur Korrektur individueller Fehlsichtigkeiten benötigt wird. Das Material von Brillengläsern besteht aus mineralischem Glas oder aus Kunststoffen. Vier Fünftel aller verkauften Brillen besitzen Kunststoff-„Gläser“. Kunststoffgläser sind im Vergleich zu Korrekturhilfen aus Glas deutlich leichter und bruchsicherer. Zum Ausgleich ihrer erhöhten Anfälligkeit für Kratzer können Kunststoffgläser zusätzlich mit einem härtenden Lack versehen werden. Zu besonders dünnen Gläsern lässt sich der hochbrechende und besonders bruchsichere Kunststoff Polycarbonat verarbeiten. Spezielle hochbrechende Mineralgläser besitzen keine medizinischen Vorteile, sondern nur einen kosmetischen Vorzug durch ihre bei Seitenansicht der Brille auffallend geringere Dicke. Wegen des in ihnen enthaltenen Bleianteils sind hochbrechende Mineralgläser jedoch spröder und weniger bruchfest.

Der Brechungsindex von Gläsern


Ein Brechungsindex (Refraktion, Brechzahl, Brechwert) gibt das Ausmaß der optischen Korrektur (in Dioptrien (dpt)) an, die es dem Auge ermöglicht, von einem unendlich weit entfernten Objekt ein scharfes Bild zu erzeugen. Ein Brechungsindex ist eine Einflussgröße ohne physikalische Dimension, die eine Aussage über die Veränderung von Länge und Phasengeschwindigkeit der auf das Auge treffenden Lichtwellen trifft. Brillengläser besitzen fünf unterschiedliche Brechungsindizes. Brillengläser sind in sphärischer, asphärischer, biasphärischer und torischer Formgebung verfügbar. Außerdem wurden sog. „rückflächen-„ bzw. „vorderflächenprogressive Freiformen“ für Gleitsicht- und Einstärkengläser entwickelt.

Sphärische und torische Brillengläser

Sphärische „Plusgläser“ mit positiven Dioptrienwerten (Konvexlinsen) wirken sich lichtsammelnd aus und werden bei Weitsichtigkeit eingesetzt, so dass ein hinter der Netzhaut liegender Brennpunkt korrigiert wird. Sphärische Brillengläser vergrößern das betrachtete Objekt.

Sphärische „Minusgläser“ mit negativen Dioptrienwerten (Konkavlinsen) verfügen über eine lichtstreuende Wirkung und korrigieren Kurzsichtigkeiten durch Anpassung eines vor der Netzhaut befindlichen Brennpunktes. Betrachtete Objekte wirken verkleinert.

„Biasphärische Linse“ besitzen zwei unterschiedlich sphärisch gerundete Seiten, was gegenüber einer nur einseitig gewölbten sphärischen Linse („asphärische Linse“) zu einer weiteren Verbesserung der Randschärfe führt.
(Sphäro-) Torische Gläser („Zylindergläser“) werden bei Hornhautverkrümmung (Astigmatismus, Stabsichtigkeit) verwendet. Ein Torus ist ein ähnlich einem Rettungsring oder einem Schwimmreifen wulstartig geformtes Gebilde. Torische Linsen besitzen auf ihren zwei Seiten unterschiedliche Brechwerte: Eine Linsenoberfläche hat eine „Käppchen“-Form, die andere ist zumeist sphärisch (also als Kugelabschnitt) ausgebildet. Torische Gläser wirken sich nicht auf den Brennpunkt, sondern nur auf die Brennlinie aus.

Einstärken- und Mehrstärkengläser


Korrekturbrillen mit verschiedenen Brennpunkten tragen die Bezeichnung „Mehrstärkengläser“ („Multifokalbrillen“). Bifokalbrillen kombinieren zwei exakt definierte Brennpunkte (z. B. Fernsicht und Nahsicht). Gleitsichtbrillen gewährleisten dagegen eine stufenlose Sehkorrektur zwischen Nahsicht und Fernsicht. Mehrstärkengläser kommen zum Einsatz, wenn neben einer Weit- oder Kurzsichtigkeit auch Alterssichtigkeit zu korrigieren ist oder wenn ein Brillenträger in unterschiedlichen Sichtdistanzen liegende Tätigkeiten ausübt, welche verschiedene Brennstärkenkorrekturen erfordern. Mehrstärkengläser vermeiden zwar einen permanenten Brillenwechsel, doch kann zur präzisen Erkennung bestimmter Entfernungen jeweils nur ein Teil der Gläser genutzt werden.

Foto: © Kzenon – Fotolia.com

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